Ariane Mueller, Martin Ebner:
Die Tage-Steine, selbst sie sind von Wasser
The day-stones themselves are made of water
31.5.-30.6.2026
Kunstraum Konrad
Puchberg am Schneeberg, Austria






In der Ausstellung ist alles bewegt, von einer Unruhe getrieben, eine innere wie äussere, gefasst im Bild der Unmöglichkeit des Ankommens, wie das in Schuberts Liederzyklus Die schöne Müllerin, im alle Lieder durchziehenden Rieseln des Bachs angelegt ist.
Den Grundton macht die Musik von Martin Ebner, die er aus dem Geräusch, seiner Modulation und der dem gegenüber stehenden Stille entwickelt hat.
Darin schweben die Steine von Ariane Mueller, in einer unklaren Bewegung, festgehalten in einem Moment, aus dem die Malerei ja immer schon eine Richtung entwickeln musste. Die Steine selbst stehen, entlang verschiedener Texte des Surrealismus für Objekte, die nicht bereits eine Bedeutung haben, also nicht an sich symbolisierbar sind. In dieser Hinsicht stehen sie für das Reale.
Stabilisiert wird diese unklare Bewegung durch den Raum, dem durch die Welle eine Sanftheit hinzugefügt wird und durch die ruhige Drehbewegung der Scheiben. Hier wird die unklare Suchbewegung in eine Schwingung gebracht, wie das Wasser, das in der Mühle zu einer rhytmisierenden Kraft wird.
Dies sind minimalistische Eingriffe, die der gebannten Energie der Steine gegenüberstehen. So pausiert zum einen etwas, das sich dennoch weiter bewegt und so entsteht wiederum eine Bewegung, die durch die Musik voran getrieben wird.
Im hinteren Raum herrscht eine andere Zeit. Es ist sozusagen das Untergeschoss, der Brunnen, in dem die Kröte wohnt und zum Bach strebt.
Ariane Mueller lebt in Berlin und Wien. Sie hat im Sommer in der Secession mit „Das Meer ist in die Fische gefaltet wie die Fische in das Meer“ eine institutionelle Einzelausstellung in Wien gezeigt. Für eine Ausstellung im Museum für Gegenwartskunst in Basel erschien ihr ersten Roman: Handbuch für die Reise durch Afrika. Ariane Mueller ist in einer Redaktion mit Nikola Dietrich, Martin Ebner und Henrik Olesen Herausgeberin der Berliner Kunstzeitschrift Starship.
Martin Ebner studierte Medienkunst bei Peter Weibel an der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien und arbeitet seit 1995 in Berlin an den Übergängen zwischen konzeptueller Kunst und experimentellem Film und Video. Er entwickelt Objekte, Bilder, Rauminstallationen und Musikperformances, konzipiert und kuratiert Ausstellungen und Filmprogramme, und publiziert die Kunstzeitschrift Starship.
Martin Ebner, Drehscheiben/Turntables, 2026
kinetische Installation
4 motorbetriebene Acryl-Drehscheiben, Steinsockel
Martin Ebner, Gibo Chan Radio, 2026
elektronische Tonspur, Stereo Lautsprecher,
Gesamtlaufzeit: 21 Stunden
Ariane Mueller, Die Tage Steine, selbst sie sind von Wasser
21 Gedichte, nach Die schöne Müllerin von Wilhelm Müller,
Deutsch/Englisch, Broschüre, 44 Seiten, 2026
Ariane Mueller, The day-stones themselves are made of water
21 poems, based on The fair maid of the mill by Wilhelm Mueller
German/English, Brochure, 44 pages, 2026
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